Wind

Wandersegelflug 2011

1. Tag

Längere Zeit schon war es der Wunsch mehrerer Steckenflieger einen Wandersegelflug durchzuführen. Am 01. August sollte es dann nach kurzer Planung losgehen. Frank, René und Jens hatten sich die erste Augustwoche schon länger freigehalten. Micheal hingegen konnte kurzfristig doch noch Urlaub bekommen, somit waren wir zu viert.

Nach einer anhaltenden schlechten Wetterperiode kam am Sonntagnachmittag pünktlich der Sommer zurück. Das Wetter für die ersten beiden Tage war vielversprechend und die erste Strecke sollte durch den Taunus am Flugplatz Nastätten vorbei Richtung Südwesten führen.

Nach Vorbereitung unserer beiden Flugzeuge DG 500 und DG 808, des Autos und des Hängers war der Start um 12:00 Uhr geplant.

Frank machte mit der DG 808 den Anfang.

Kurz danach schleppte Jochen mit der Wilga die DG 500 mit Jens und René nach oben. Unter den ersten Cumuluswolken, die sich bereits am Himmel gebildet hatten, gewannen wir langsam an Höhe. Die Steigwerte waren mit 0,5 bis 1,0 m/s noch schwach. Mit knapp 1000 m MSL flogen wir vom Platz Richtung Westen ab. Entlang des Taunus, vorbei an Riedelbach führte unsere Route langsam nach Südwesten in Richtung Rheinland-Pfalz, wobei wir teilweise auf Grund der niedrigen Basis tief unterwegs waren. Kurz hinter Riedelbach mussten wir dann unter einer kleinen Abschirmung hindurch. Die Luftbewegung war nun verdächtig ruhig und die Sonneneinstrahlung so gut wie weg. Wir verloren langsam mehr und mehr an Höhe. Nur nicht jetzt schon landen, irgendwo musste es doch gehen! Da wir den Flugplatz Dauborn im Gleitbereich hatten, konnten wir uns noch einen kleinen Schlenker nach Süden erlauben, wo ein Golfplatz in der Sonne lag. Nach ein paar Suchkreisen schlug das Vario tatsächlich nach oben. Jetzt nur nicht den Aufwind verlieren. Mit 2 bis 2,5 m/s, was an diesem Tag der beste Steigwert war, brachte uns dieser Aufwind zum ersten Mal über die 1200 m MSL.

Von dort an war die Sonneneinstrahlung wieder stärker und wir kamen schneller voran. Nach dem wir im Teamflug Nastätten südlich passiert hatten, ging es weiter in Richtung Rhein. Ab hier waren nur vereinzelt noch Cumuluswolken am Himmel zu sehen, daher schraubten wir uns unmittelbar vor der Rheinüberquerung unter einer Wolke noch mal auf 1380 m MSL hoch, was die größte Höhe für diesen Tag gewesen sein sollte. Frank war am Anfang höher und flog daher früher ab. Der Blick beim Überqueren des Rheintals bei Oberwesel war genial.

Nördlich schaute der Loreley Felsen heraus und südlich die Burg Pfalzgrafenstein, die sich auf einer Insel mitten im Rhein befindet. Als nächstes hatten wir Nannhausen, bei der Kontrollzone Hahn, als Ziel.
Inzwischen waren die Wolken nahezu vollständig abgetrocknet und der Himmel fast komplett blau. Lediglich ein paar Wolkenfetzen waren in unserer Flugrichtung zu erkennen. Im Norden sah es besser aus und auf einem normalen Streckenflug hätten wir spätestens hier die Flucht in das besser aussehende Wetter gesucht. Aber wir hatten ja ein Ziel und das hieß soweit es geht in Richtung Südwesten fliegen.
Irgendwo im Blauen wird es schon gehen. Nach einer langen Gleitphase bestätigte sich unsere Hoffnung und wir gewannen wieder an Höhe unter einem der wenigen Wolkenfetzen, welcher sich zwar rasch auflöste, aber das Steigen blieb. Da wir über uns den Luftraum von Frankfurt Hahn hatten, mussten wir den Aufwind verlassen um nicht in den Luftraum einzufliegen. Frank hatte leider nicht so viel Glück und musste den Motor ziehen. Er ist bei der Rheinüberquerung gut 100 m tiefer und etwas südlicher geflogen. Dort hat er keinen nutzbaren Aufwind gefunden und hat dann rechtzeitig den Motor gezogen. Der Teamflug hat bis dahin bestens geklappt. Ab dem Zeitpunkt, an dem wir merkten, dass es auch im Blauen an dem Tag ging, war die Euphorie groß, was sich später noch rächte!
Hinter Nannhausen setzten wir unseren Wendepunkt und es ging weiter in Richtung Süden. Das nächstes angestrebte Ziel war der Flugplatz Kirn. Dabei umflogen wir den Soonwald und verloren schnell an Höhe. Wir flogen einen Steinbruch an, der in der Sonne lag und im Wind stand. Wir rechneten fest damit, dass hier unser nächster Aufwind steht, der uns sicher weiter bringt. Es hob zwar, allerdings konnten wir den Aufwind nicht wirklich nutzen und verloren beim Kreisen wertvolle Höhe. Was nun? Unser Endanflugrechner zeigte sowohl zum Flugplatz Kirn, als auch zum Flugplatz Bad Sobernheim plus minus 0 an. Da wir beide Plätze nicht kannten, wollten wir diese ungern so tief anfliegen.
Etwa 6 km weiter südöstlich des Steinbruchs gab es eine Alternative. Dort liegt der ehemalige Militärflugplatz Pferdsfeld, der einst der Nato gehörte. Dieser Platz ist mit seiner 3 km langen Asphaltpiste unmöglich zu übersehen! Auf der ICAO Karte ist dieser als geschlossener Flugplatz verzeichnet. Über Funk erkundigten wir uns daher auf dem Flugplatz Bad Sobernheim über den Zustand der Bahn. So bekamen wir die Information, dass die Landebahn für Testfahrten von Opel genutzt wird und dass es, wenn es nicht unbedingt notwendig ist, besser sei nicht dort zu landen, da man schwer wieder von dem Gelände runter kommt, da dieses eingezäunt ist. An für sich sei die Bahn aber in einem guten Zustand.
Das erklärte nun, weshalb sich auf der Bahn Autos befanden, die man erst beim zweiten Hinsehen erkannte, da sie sich von der riesigen Piste kaum abhoben. Wenn wir jetzt auf dem Weg dorthin keinen Aufwind mehr finden, dann bleibt uns wohl nichts anderes übrig als die Landebahn mal wieder für eine Flugzeuglandung zu benutzen. Kurz bevor wir den ehemaligen Flugplatz erreichten zeigte das Vario wieder kurz nach oben, das ist unsere Chance! Diese versuchten wir nun zu nutzen, denn scharf darauf zu landen waren wir nicht. Da wir zu zweit im Flieger waren, konnte sich einer auf das Fliegen konzentrieren und der andere Ausschau nach Autos und anderen Hindernissen auf der Piste halten. Doch es war wie verhext. Es hob, wir drehten ein und das steigen war weg. Nach einigen Versuchen war uns klar, dass wir hier nicht mehr wegkommen. Da die Bahn zu dem Zeitpunkt auch vermeintlich frei von Autos war, entschlossen wir uns zur Landung. Das Fahrwerk hatten wir frühzeitig ausgefahren um bei einer ggf. auftretenden Stresssituation dies nicht zu vergessen. Als wir im Endanflug der Piste immer näher kamen, bemerkten wir erst so richtig wie breit und lang die Piste war, nur 1km weniger als die Pisten in Frankfurt!

Auf so einer großen Bahn werden wir wohl selten wieder landen. Der Wind kam von der Seite, was aber bei der Breite kein Problem war. Wir entschieden uns direkt auf der Mitte der Piste zu landen. Als wir etwa 1/5 der Piste überflogen hatten, bemerkten wir die zwei Autos, die vom anderen Ende der Bahn uns entgegen kamen. Wir befanden uns noch etwa einen Meter über den Boden und entschlossen uns so aufzusetzen, dass wir den ersten Abzweig links raus rollen konnten, um dort die Piste zu verlassen. So sollten wir den Autos nicht zu nahe kommen. Beim Anflug merkte man die optische Täuschung die durch die breite Piste entsteht und man schnell dazu neigt zu früh abzufangen. Wir setzen den Flieger weich auf die Piste und rollten wie geplant an den linken Bahnrand.

Kaum hatten wir die Hauben auf, waren auch schon die ersten Autos da, um uns zu empfangen. Wir schilderten kurz unsere Situation, weshalb wir hier landen mussten und warum wir es nicht mehr auf einen anderen Flugplatz geschafft haben. Dabei erzählte man uns, dass es im Jahr öfters mal vorkommt, dass ein Flugzeug wegen mangelnder Aufwinde hier landet. Wir waren aber die Ersten, die unter der Woche bei laufendem Betrieb hier gestrandet sind. Des weiteren wurden wir aufgefordert mit an die Pforte zu kommen, um dort bei dem diensthabenden Betriebsleiter Angaben über unsere Person zu machen. Wir schoben das Flugzeug von der Piste in das Grass, damit es keinen stört. Dabei bemerkten wir, dass es die richtige Entscheidung war auf der Piste zu landen, da die abgemähte, angrenzende Wiese teilweise tiefere Schlaglöcher in sich verbarg. Mittlerweile war auch der diensthabende Betriebsleiter am Flugzeug angekommen, dem wir unsere Situation auch noch mal schilderten. Dieser nahm uns dann mit an die Pforte, wo er alles notierte. Als wir ihn fragten, für was er die Angaben brauche, sagte er, dass von allen Personen die auf das Gelände kommen die Daten zu dokumentieren sind, es aber keine weiteren Schritte nach sich zieht. Da auf dem kompletten Gelände das Fotografieren aus Spionagegründen verboten ist, mussten wir unsere Handys abgeben, da diese eine integrierte Fotokamera haben.
Wir konnten ihn aber überreden ein Handy zu behalten, um im Kontakt mit unserem Rückholer zu bleiben. Des weiteren durften wir nicht zu unserem Flieger zurück um dort auf unseren Rückholer zu warten, da keiner auf die Teststrecke darf während der Testfahrten. Ein hilfsbereiter und interessierter Testfahrer bot uns an noch mal zurück an den Flieger zu fahren, damit wir dort unsere restlichen Sachen holen konnten. Dabei hatte er und auch wir unseren Spaß, als er uns zeigte was ein Opel alles so kann und mit 130 km/h durch die Kurven hackte. Das war sehr beeindruckend! Er erzählte was hier alles so getestet wird und wir erfuhren wie er die Situation erlebte, als er uns plötzlich am anderen Ende der Bahn landen sah und zwei Mal hinschauen musste bis er begriff, dass gerade ein Flugzeug im Landeanflug ist. Da wir nun viel Zeit hatten und es uns zu langweilig war, in dem Aufenthaltsraum bei strahlend blauem Himmel zu warten, entschlossen wir uns das Gelände zu verlassen und die Gegend zu erkunden. Frank war mittlerweile schon seit längerem auf dem Flugplatz in Bad Sobernheim gelandet, damit wir von dort am nächsten Tag weiterfliegen konnten.

Er kümmerte sich um die Übernachtung und einen Schlepppiloten für den nächsten Tag. Michael, der am ersten Tag den Rückholer machte, war bereits auf der Autobahn unterwegs. Nach längerem Stau ist Michael um 19:30 Uhr am Flugplatz Pferdsfeld eingetroffen. Da mittlerweile die Testfahrten beendet waren, warteten wir am Flugzeug auf ihn und hatten bereits angefangen den Abbau vorzubereiten. Nun blieb uns eine halbe Stunde Zeit, da um 20 Uhr das Gelände dicht gemacht wird, den Flieger im Hänger zu verstauen und das Gelände zu verlassen. Also Gepäck aus dem Hänger, Flieger rein und das restliche Gepäck wieder sicher dazwischen verstauen. Um 20:15 Uhr hatten wir es geschafft und der Betriebsleiter machte hinter uns das Tor zu. Insgesamt kann man sagen, dass die Leute nett waren und Verständnis für unsere Situation hatten, Allerdings hatten wir auch den Eindruck, dass der Betriebsleiter froh war, dass er endlich Feierabend hatte und sich wieder auf einen normalen Arbeitstag freute. Wenn man am Wochenende mal auf dem Flugplatz stranden sollte, dann hängt an der Pforte ein Zettel, auf dem steht wo man anzurufen hat, um wieder von dem Gelände zu kommen. Man sollte allerdings etwas Zeit einplanen!! ;-) Am Flugplatz in Bad Sobernheim angekommen stellten wir den Hänger ab und gingen zusammen erst mal was essen und erzählten uns gegenseitig, wie es jedem ergangen ist. Somit ging einen schöner erster Wandersegelflugtag zu Ende, der trotz der geringen Strecke einiges zu bieten hatte, mit dem wir am Anfang nicht gerechnet hatten.

2. Tag

Nach Übernachtung in Gästezimmern des Luftsportverbands Rheinland-Pfalz, direkt auf dem Fluggelände in Bad Sobernheim, stand der 2. Flugtag an. Nachdem wir uns gestärkt hatten mussten wir erschrocken feststellen, dass das Wetter im Südwesten die nächsten Tage sehr schlecht vorhergesagt war. Unsere einzige Chance: Ab in den Nordosten und das soweit wie möglich, denn für den Folgetag sah es lediglich im Erzgebirge gut aus. Die DG 500 musste nach der Landung in Pferdsfeld am Vortag zuerst aufgerüstet werden, danach konnten wir unser Gepäck wieder im Hänger verstauen. Die DG 500, geflogen von Michael und René wurde von einer DA 20 in Richtung Nordosten geschleppt, um Anschluss an die eher wenigen Wolkenfetzen zu finden. Die DG 808 startete mit Frank an Board hinterher. Der Abflug war sehr beschwerlich, die Basis war noch tief und die Wolken zogen noch nicht so wie sie sollten. Aber nachdem beide Flieger den Rhein passiert hatten, wurde die Thermik kräftiger.
Der erste Schenkel ging von Bad Sobernheim aus über die Flugplätze Singhofen, Montabaur, Ailertchen, Siegen, Schameder, Schmallenberg bis hin zu Meschede im Sauerland. Der zweite Schenkel sollte uns dann in Richtung Osten führen, so nahe wie möglich an das Erzgebirge heran, sodass wir am nächsten Tag wieder Superwetter haben. Auch hier blieben wir, durch die Motivation nicht wie am Vorabend abrüsten zu müssen, immer im Gleitbereich eines Flugplatzes in der nähe. Über Brilon ging es zwischen Kassel und Fritzlar zu unserem angestrebten Tagesziel, dem Flugplatz Dornberg bei Sontra. Frank musste uns auf Höhe Mengeringshausen leider verlassen und flog die DG 808 sicher nach Pohlheim zurück, wo er nach 7 Stunden und 369 Kilometern landete. Die Thermik im Norden wurde bereits schwächer, die Basis allerdings stieg noch bis auf fast 2000 MSL an. Es ging deutlich langsamer vorwärts als zuvor. Die Steigwerte waren mit im Schnitt 1 m/s nicht überragend, die hohe Basis allerdings war jedoch vorteilhaft, denn so konnte sich die DG 500 weiter an den Flugplätzen langhangeln ohne aus dem Gleitbereich zu rutschen.

Über dem Platz Hessisch Lichtenau oder auch "HeLi" angekommen verließ uns dann aber die Thermik. Es zog einfach kein Bart mehr bis an die Basis, noch bei unter 1400 MSL hörte unser höchster Bart auf. 150 Meter Ankunftshöhe in Sontra sagte uns der Endanflugrechner. Sehr knapp für einen unbekannten Platz. Wir versuchten es trotzdem. Es ging mit 400 Meter AGL über den Meißner, in der Hoffnung, dass auf der Luvseite noch was geht. Keine Chance! Nach fast einer Stunden Rumprobieren entschlossen wir uns deshalb sicher nach HeLi zurückzukehren.

Mittlerweile hatten wir über Flugfunk bereits erfahren, dass dort ein Sommerlager stattfindet und damit unser Start am nächsten Tag gesichert ist. Der Platz ist schön breit und das auf 1 km Länge. Hier endete unser Flug nach 6,5 Stunden Flugzeit und 309 geflogenen Kilometern. Die Landung verlief problemlos und wir wurden direkt von den sehr freundlichen Fliegern empfangen. Jens war bereits unterwegs und traf schon eine knappe Stunde nach unserer Ankunft mit dem Auto am Platz ein. Schnell den Flieger geputzt und die Zelte aufgebaut, danach war auch schon das Essen fertig, denn die Hessisch Lichtenauer hatten für uns mitgegrillt. Nach dem Essen musste der Flieger auf der Wiese wetterfest gemacht werden, dazu fixierten wir ihn an 3 Punkten, den beiden Flächenenden und am Leitwerk, dann kam noch eine Plane über die Haube. Jetzt war noch genug Zeit um die Leute am Platz ein wenig kennenzulernen und gegen 0 Uhr ging es schließlich ins Zelt, am nächsten Tag müssen wir wieder fit sein!

3. Tag

Nach der ersten Nacht im Zelt stand nun der 3. Flugtag in den Startlöchern. Heute sollte es deutlich schwieriger werden mit Streckenfliegen. Von Westen aus war eine Warmfront mit Regen auf dem Weg. Mit etwas Glück könnten wir noch Anschluss an das bessere Wetter im Osten bekommen. Dirk, der uns auch am Tag zuvor schon eine gute Wetterberatung gegeben hatte, sagte dass eine Chance besteht, dass um 12 Uhr der Himmel noch mal aufreißt. Nach einem guten Frühstück mit frischen Brötchen und Eiern waren wir besten gestärkt für einen neuen Flugtag. Nun wurden die Zelte abgebaut und die DG 500 vorbereitet. Von Westen aus sah man schon die Front kommen. Der Himmel war halb bedeckt mit Wolkenfetzen, was alles andere als nach Thermik aussah. Mit Hilfe von drei Flugschülern aus HeLi zogen wir die DG 500 an den Start. Und tatsächlich, wie Dirk voraus gesagt hatte, bauten sich gegen 12 Uhr die ersten kleinen Cumulanten auf. Vielleicht besteht ja doch noch eine Chance. Heute waren Jens und Michael wieder an der Reihe mit fliegen.

Um kurz nach 12 Uhr machten wir den ersten Versuch. Der Wind wehte konstant mit gut 10 km/h fast von vorne. Die Ausklinkshöhe war mit über 400 Metern ordentlich. Wir flogen gerade aus und einen Hügel an auf dem die Sonne und der Wind stand. Tatsächlich, das Vario zeigte leichtes Steigen an. Nach einigen Kreisen konnten wir mühsam 40 m gewinnen. Doch dann war der Bart weg. Nach gut 10 min mussten wir wieder landen. Doch jetzt hatten wir mehr Hoffnung, dass es heute noch was wird mit Streckenfliegen. Auf ein Neues. Diesmal wehte der Wind von der Seite und die Ausklinkshöhe war etwas geringer. Mittlerweile waren die Steigwerte besser und wir gewannen langsam an Höhe. Nachdem wir nach knapp 10 min kreisten und auf 1000 m MSL waren, hörte das Steigen auf und wir flogen Richtung Meissner ab, wo ein paar Cumulanten standen. Das Gelände, lag hier bei über 400 m MSL und stieg Richtung Meissner weiter an. Viel Spielraum hatten wir also nicht. Mit unserer jetzigen Höhe schafften wir es nicht über den Meissner, wo die vielversprechenden Cumuluswolken standen. Also versuchten wir es weiterhin mit Hügeln die in der Sonne lagen, mit der Hoffnung dort erneut Höhe zu gewinnen um Anschluss zu bekommen. Doch das Fallen war einfach größer als das Steigen. Nach etwas mehr als 20 min hatte die Erdanziehungskraft gewonnen und wir mussten wieder landen.

Die Front kam schneller an wie wir gehofft hatten. Wir entschieden uns den Wandersegelflug hier zu beenden und als Belohnung für die tolle Unterstützung der Flugschüler in der DG 500 mitzunehmen. René machte noch zwei längere Flüge mit den Flugschülern. Michael und Jens bereiteten in der Zeit den Hänger zum Abrüsten vor. Kaum hatten wir den Flieger im Hänger, fing es auch schon leicht an zu regnen. Punktlandung! Danke noch mal an Dirk für die präzise Wetterberatung.

Wenn wir es am Tag zuvor vielleicht weiter in den Osten geschafft hätten oder eine Schleppmaschine uns dort hingezogen hätte, wäre der Anschluss an das bessere Wetter sicherlich möglich gewesen. Hätte, wenn und aber… Wir hatten alle unseren Spaß und haben sehr nette Fliegerfreunde in HeLi kennengelernt, bei denen wir uns für den super Service herzlich bedanken wollen. Dies war sicherlich nicht der letzte Besuch an dem thermisch gut gelegenen Flugplatz mit toller Camping- und Schulungsmöglichkeit für Fluglager.

So endete unser, wie wir fanden, gelungener 1. Wanderseglflug mit der Erkenntnis den Wandersegelflugvirus eingefangen zu haben und nächstes Jahr erneuet auf Wanderschaft zu gehen. Gerne mit weiteren Piloten aus Pohlheim und Umgebung.

René, Jens, Frank und Michael

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